3.7      Theologie

«Junge Menschen [sind daher] einer jener ‹theologischen Orte›, an denen uns der Herr manche seiner Erwartungen und Herausforderungen für die Gestaltung der Zukunft erkennen lässt» (AD 64).

Mit der Bezeichnung junger Menschen als locus theologicus im Abschlussdokument der Jugendsynode 2018 streichen die Synodenteilnehmer mit großer theologischer Wucht die Bedeutung junger Menschen für die Kirche und das Erkennen der Zeichen der Zeit heraus. Waren mit den loci theologici üblicherweise etwa die Heilige Schrift, die Tradition oder das Lehramt gemeint, treten nun junge Menschen für die Kirche und die Gesellschaft als lebendige Orte hinzu, in und an denen der authentische Glaube bezeugt wird.

Der Vorstellung von jungen Menschen als «einer jener ‹theologischen Orte›» steht die Überzeugung des Zweiten Vatikanischen Konzils zugrunde, dass «die Gesamtheit der Gläubigen, welche die Salbung von dem Heiligen haben (vgl. 1 Joh 2,20.27), im Glauben nicht irren [kann]» (LG 12). Der Glaubenssinn der Gläubigen («Sensus fidelium») als eine Bezeugungsinstanz stellt für die katholischen Kirche eine bedeutende Quelle des Glaubens dar, die je mit der Theologie und dem Lehramt in einer wechselseitigen und sich gegenseitig befruchtenden Beziehung steht.