4.2      ALLE jungen Menschen

«Ebenso muss es Raum geben für ‹all jene, die andere Lebensvisionen haben, sich zu anderen Konfessionen bekennen oder die erklären, Religion sei ihnen fremd. Alle Jugendlichen sind ohne Ausnahme in Gottes Herz und somit auch im Herzen der Kirche. Wir erkennen jedoch unumwunden an, dass diese Aussage zwar von unseren Lippen erklingt, aber nicht immer wirklich in unserem pastoralen Handeln zum Ausdruck kommt: So verschließen wir uns oft in unseren eigenen Kreisen, zu denen ihre Stimme nicht vordringt, oder kümmern uns um weniger anspruchsvolle, lohnendere Aktivitäten und ersticken dabei jene gesunde pastorale Ruhelosigkeit, die uns aus unseren vermeintlichen Sicherheiten herausführen kann. Doch das Evangelium ruft uns auf, es zu wagen, und das wollen wir, ohne Anmaßung und ohne Proselytismus zu betreiben, tun, indem wir die Liebe des Herrn bezeugen und allen jungen Menschen in der Welt die Hand reichen.›» (CV 235)

«Alle Jugendlichen sind ohne Ausnahme in Gottes Herz und somit auch im Herzen der Kirche.» ist für kirchliche Jugendarbeitende in der OKJ eine Selbstverpflichtung aus dem Glauben an Gott bzw. vom Auftrag der Kirche heraus, sich für alle jungen Menschen zu interessieren und für sie da zu sein. Dies gilt insbesondere auch für all jene jungen Menschen, welche den Glauben an Gott nicht teilen oder ihn ablehnen. Das Interesse am Wohlergehen der jungen Menschen ist nicht von ihrem Glauben oder ihrem Interesse an der Kirche abhängig.

Der grossen Herausforderung alle Jugendliche, die Papst Franziskus in Christus vivit formuliert, will OKJ sich stellen, im Bewusstsein, dass dies nur durch innovative Zusammenarbeit und neue Wege möglich ist sowie Scheitern auf diesem Weg dazugehört. OKJ sieht sich dabei verpflichtet, die erforderliche Sensibilität gegenüber dem Kontext und der verschiedenen Positionen junger Menschen zu Religion, Spiritualität und Glauben zu gewährleisten. So kann sie auch bewusst religiöse Überzeugungen und Glaubensvorstellungen unausgesprochen lassen, um mit jungen Menschen zusammen zu arbeiten. In passenden Settings kann sie wiederum konfessionelle Glaubensvorstellungen einbringen und beispielsweise mit entsprechenden Liturgieformen den Glauben feiern. Gemeinsam mit den jungen Menschen sucht sie jeweils adäquate Formen zwischen den beschriebenen Ausprägungen.