4.1      Würde aller Menschen

«Wir sehen, dass es Jesus nicht gefiel, wenn Erwachsene herablassend auf die Jüngeren blickten oder sie in despotischer Weise in Dienst nahmen. Im Gegenteil mahnte er: ‹Der Größte unter euch soll werden wie der Jüngste› (Lk 22,26). Für Jesus war das Alter nicht an Privilegien geknüpft, und wenn jemand jünger war, bedeutete das nicht, dass er weniger wert war oder weniger Würde besaß.» (CV 14)

Die Würde des Menschen ist in der christlichen Anthropologie sowie in der Philosophie fest verankert. Sie ist dem Menschen von Gott unveräusserlich gegeben und philosophisch über die Vernunft, die Moral und die Sittlichkeit (z. B. Kant Der Mensch als «Zweck an sich» darf nie nur «Mittel zum Zweck» sein.) als vorkonstitutionelles Grundrecht des Menschen definiert.

Die OKJ steht für die Menschenwürde in allen Bereichen des Lebens (auch in der digitalen Lebenswelt) ein und engagiert sich gegen Diskriminierung, Rassismus, Antisemitismus und jegliche Formen der Herabwürdigung von Menschen. OKJ bezeugt die unveräusserliche Würde des Menschen aus dem Glauben an Gott und arbeitet mit allen Menschen guten Willens an der Realisierung der daraus resultierenden Menschenrechte.

OKJ sensibilisiert junge Menschen betreffend der «Vielfalt der Würde» und deren menschrechtlichen Verwirklichungen. OKJ zeigt auch die Gefahr des Würdeverlustes durch eigenes Handeln im Sinne einer Selbstentwürdigung durch destruktive Lebensführung auf[1] und weist dadurch darauf hin, dass Menschenwürde nicht ausschliesslich etwas Unveräusserliches ist, sondern Würde auch im eigenen Leben zu realisieren ist.

 

[1] Vgl. Bieri, Peter: Eine Art zu leben. Über die Vielfalt menschlicher Würde. München: Hanser, 2013.