4.6     Junge Menschen als Verkünder*innen

Ausgangspunkt sind stets die jungen Menschen, mit denen die kirchlichen Jugendarbeitenden bereits in Beziehung sind. Sie sind die Protagonist*innen pastoralen Handelns und nicht zuletzt Verkünder*innen des Evangeliums.

 

Aus ihrer Kreativität und ihren Fähigkeiten entspringen Ideen, wie auf andere junge Menschen zuzugehen ist, um gemeinsam Projekte und Vorhaben zum Wohle der Menschen und der Mitwelt zu verwirklichen. In diesen Erlebnisräumen können junge Menschen ermutigt werden, von ihrer Motivation und ihrem Glauben zu erzählen. Denn sie verfügen über die Sprache «der uneigennützigen, personalen und lebensnotwendigen Liebe, die das Herz berührt, das Leben erreicht, Hoffnung und Sehnsüchte weckt.» (CV 211) In diesen Erlebnisräumen kann der Wunsch nach «Vertiefung des Kerygmas» (CV 213) aufkommen. Dazu bereitet die OKJ entsprechende Resonanzräume vor, in denen die jungen Menschen den Gehalt der christlichen Botschaft für sich selbst erschliessen können, indem sie mit anderen darüber sprechen. Die OKJ unterstützt sie in dieser Vertiefung durch authentisches Sprechen und der Ermutigung, eigene Worte dafür zu finden. Denn sie können letztlich am besten Gott und sein Heilshandeln durch Jesus Christus «verheutigen» und in passender Form anderen jungen Menschen mitteilen.

Papst Franziskus nennt dies «volksnahe Jugendpastoral» (vgl. CV 230-238) und zeigt dabei auf, dass diese «(...) nicht kontrolliert werden kann und alle kirchlichen Schemen sprengt. Begleiten und fördern wir sie, aber maßen wir uns nicht an, sie zu sehr zu regulieren.» (CV 239) OKJ muss jungen Menschen als Protagonist*innen der pastoralen Arbeit fördern, damit diese das Volk[1] zugunsten der Ärmsten, Schwächsten, Benachteiligten und Verletzten einen. Dabei geht es um das Anregen des möglichen Guten in den jungen Menschen und nicht um eine «reine, vollkommene Jugendpastoral, die von abstrakten Ideen gekennzeichnet, weltfern und makellos ist, (...) von den Jugendkulturen losgelöst und nur für eine Elite einer christlichen Jugend geeignet, die sich als etwas anderes fühlt, aber in Wirklichkeit in einer leblosen und unfruchtbaren Isolierung dahintreibt.» (CV 232)

 [1] «Die Gesamtheit von Menschen, die nicht als Einzelpersonen unterwegs sind, sondern als Gefüge einer Gemeinschaft aus allen und für alle.» (CV 231)