8.1           Erkennbar sein

OKJ ist in der Lebens- und Glaubenslagen der jungen Menschen, ohne aufdringlich zu sein, präsent. Umso wichtiger ist die Erkennbarkeit der kirchlichen Jugendarbeitenden für junge Menschen. In den Begegnungen soll jungen Menschen ersichtlich sein, dass das Gegenüber eine aktiv zuhörende Person mit Kompetenzen in Bereich Religion, Spiritualität und Glauben ist. Insbesondere in Gesprächen mit jungen Menschen, die Religion ablehnen, zeigt sich die verinnerlichte Haltung, das «Jetzt Gottes» auch in ungewohnten Momenten entdecken zu können.

In Erstkontakten und -gesprächen mit jungen Menschen zeigt die*der kirchliche Jugendarbeiter*in ihr*sein Profil den jungen Menschen mehr über ihre*seine Werthaltungen, Weltanschauung, Liebe zu den Mitmenschen und Achtung der Mitwelt, als durch religiöse Sprache. In Gesprächen zu Religion, Spiritualität und Glaube in der OKJ bemühen sich kirchliche Jugendarbeitende um nachvollziehbare Erläuterungen, die es jungen Menschen ermöglichen, ihre Vorstellungen und Haltungen in ihren eigenen Worten mitzuteilen. Dabei scheuen kirchliche Jugendarbeitende auch nicht aufzuzeigen, dass Sprache Grenzen hat, und lassen ein Stottern über Gott zu.

Nebst der Erkennbarkeit über die Sprache sind es gerade auch die nonverbalen Sichtbarkeiten, die jungen Menschen verdeutlichen, dass ein Mensch mit Glauben, spiritueller Tiefe und kirchlicher Heimat gegenübersteht. Dies kann sich in unterschiedliche Formen zeigen: Begeisterung an den Formen und Farben der Natur, der Musik, den stillen Momenten, dem Bei-Sich-sein, der Aufmerksamkeit gegenüber den Speisen beim Essen, der spürbaren Dankbarkeit der gemeinsam erlebten Zeit usw. sind wichtige Merkmale, die jungen Menschen Vertrauen in die Person schenken, über Sinnfragen und Glauben ins Gespräch zu kommen.