8.7         Netzwerker*in

In der OKJ arbeiten kirchliche Jugendarbeitende auf lokaler, regionaler/kantonaler und Deutschschweizer/Nationaler Ebene in Netzwerken. Dazu bauen sie ihr Netzwerk stetig aus, pflegen es und arbeiten mit den Netzwerkpartner*innen zusammen. Dabei dienen Austausch, Teilnahme an Veranstaltungen der Netzwerkpartner*innen sowie eigene Netzwerkveranstaltungen dem Aufbau und der Pflege. Dadurch werden Kooperationen ermöglicht sowie das eigene Fachwissen und Know-How weiterentwickelt.

Mit kirchlichen Netzwerkpartnerschaften wird eine bereichsverbindende Zusammenarbeit angestrebt. Damit ermöglichen kirchliche Jugendarbeitende jungen Menschen die vielfältigen Tätigkeiten der Kirche kennen zu lernen bzw. in der Gesamtpastoral eine aktive Beteiligung erleben zu können. Der Mehrwert ergibt sich in der bereichsverbindenden Zusammenarbeit durch die Verbindung zwischen den Generationen sowie durch die damit einhergehende Themenvielfalt. Der Einbezug der jungen Menschen in die verschiedenen pastoralen Arbeitsfelder bringt die Kraft und den Geist der jungen Menschen in diese hinein und verleiht der Kirche dadurch auch immer wieder ein neues, junges und frisches Gesicht.

Mit Netzwerkpartner*innen werden zusätzliche Kompetenzen sowie weitere Lebensbereiche von jungen Menschen erschlossen. Durch diese Kooperation sollen jungen Menschen den Zugang zu Religion, Spiritualität und Glauben auch an Orten ermöglicht werden, wo es bisher kaum oder gar nicht möglich war.[1] Z. B. im öffentlichen Raum (Aufsuchende Jugendarbeit mit der OJA zusammen), bei Sportturnieren (mit dem Samariterverein zusammen sich um das Wohlergehen der Beteiligten und Zuschauer*innen kümmern) oder beim Dorffest (mit der Turnriege eine Bar betreiben, die auch Raum für Gespräche bereithält) bietet sich OKJ mit ihrem Profil im komplementären Verständnis für eine Zusammenarbeit an. Dabei wird den verschiedenen Akteur*innen bewusst, dass Kooperationen und die damit einhergehende mannigfache Erschliessung von Lebens-, Sinn- und Glaubensfragen für alle Beteiligten einen Mehrwert bringt. Ebenso wird für junge Menschen durch diese Zusammenarbeit sichtbar, dass es der OKJ um den Menschen in seiner Ganzheitlichkeit geht und ihr Interesse den vielfältigen Lebensrealitäten junger Menschen gilt. So bezeugt die OKJ in den Engagements und der Zusammenarbeit mit Netzwerkpartner*innen ihre Absichtslosigkeit bezüglich Rekrutierung neuer Mitglieder für ihre Konfession und bezeugt gleichzeitig die durch das Evangelium verkündete, uneingeschränkte Liebe Gottes zu den Menschen.

Netzwerkarbeit ist somit nebst den eigenen Kernkompetenzen eine zentrale Ressource der kirchlichen Jugendarbeitenden. Kirchliche Jugendarbeitende in der OKJ machen so die besondere Aufmerksamkeit gegenüber allen jungen Menschen sichtbar. Darüber hinaus macht Netzwerkarbeit deutlich, dass letztlich nur in Zusammenarbeit mit Partner*innen und jungen Menschen an einer fördernden Lebens- und Glaubenslage gearbeitet werden kann. Gleichzeitig kennen kirchliche Jugendarbeitende auch den Mehrwert, den sie durch ihr Profil und ihre Kompetenzen in die Zusammenarbeit bringen und dadurch Bestehendes wertvoll zu ergänzen vermögen. 

 

[1] Vgl. AD VT, 13. Bevorzugte Orte: «Die Kirche sollte neue kreative Wege finden, Menschen dort zu begegnen, wo sie sich wohlfühlen und sich spontan treffen: Bars, Cafés, Parks, Fitnessstudios, Stadien und andere beliebte Kulturzentren.»