1.2      OKJ mit kirchlichem Auftrag

2012 bis 2015 fand ein Prozess mit Beteiligten aus der Jugendpastoral und Vertretenden der DOK und RKZ statt, bei dem die Wichtigkeit der ausserverbandlichen Jugendarbeit vom dualen System der kath. Kirche der Deutschschweiz erkannt wurde. Daraus resultierte die Schaffung der Deutschschweizer Fachstelle für offene kirchliche Jugendarbeit, welche die OKJ als jugendpastoralen Auftrag erfassen, stärken und begleiten soll. Die DOK bekräftigte 2015 mit der Approbation der Statuten[1] des Trägervereins der Fachstelle OKJ diesen Auftrag, der sich folglich an alle Pfarreien und Kirchgemeinden der Deutschschweiz richtet.

 

OKJ als Teil einer partizipativen und mitverantwortlichen Kirche[2]

Der Auftrag der OKJ richtet sich gleichermassen an Hauptamtliche und junge Menschen. Er fordert den mitverantwortlichen Einbezug von jungen Menschen in die Kirche, denn sie sind nicht nur die Zukunft, sondern Gegenwart und bereichern sie mit ihrem Beitrag. (vgl. CV 64) Die kath. Kirche hat folglich den Auftrag, jungen Menschen Mitentscheidung, Mitgestaltung und Mitverantwortung zu ermöglichen und sie zu selbstbestimmten Beteiligungsformen zu befähigen (vgl. CV 241 und 245). Gleichzeitig ergibt sich aus dem Selbstverständnis der Kirche, dass sie kein Selbstzweck ist, sondern mitverantwortlich für alle Menschen und die Mitwelt ist. Daraus ergibt sich, dass die OKJ an allen jungen Menschen (vgl. CV 234/235) interessiert ist und sie zu partizipativen Vorhaben einlädt, welche die eigene Mitverantwortung stärkt.

 

OKJ als altersspezifische Kirche

OKJ steht für eine altersspezifische Verwirklichung von «Kirche sein»[3]. Sie versteht junge Menschen als vollwertigen Teil der Kirche, dem eine entsprechende Freiheit (vgl. CV 210) zugesprochen wird und der gleichzeitig im Dialog, Austausch und Zusammenarbeit mit der Gesamtpastoral bzw. in Beziehung zu den älteren Menschen steht (vgl. CV 198­-201 «gemeinsam wagen»). Zusammen mit weiteren Formen der Kirchlichen Jugendarbeit bildet sie zusammen mit dem Religionsunterricht Sek1 sowie der Katechese (für Jugendliche) die Jugendpastoral[4].

 

OKJ mit der Profession Kirchlicher Jugendarbeit

Kirchliche Jugendarbeitende weisen seit den 1970er[5] unterschiedliche Berufsqualifikationen und Vorbildungen aus, welche die Pfarreiteams interdisziplinär bereichern. Nebst Theologiestudium und der Ausbildung / dem Studium Religionspädagogik erarbeiten sie sich durch Weiterbildungen und berufliche Erfahrungen in der kath. Kirche eine eigene Profession. Kirchliche Jugendarbeiterinnen / kirchliche Jugendarbeiter verfügen seit 2011 über ein eigenes Berufsprofil[6]. Dieses Berufsprofil unterscheidet sich von Jugendarbeitenden der Offenen Jugendarbeit insofern, dass es Themen der Kirche wie Glauben, Spiritualität und Religion als festen Bestandteil ihrer Arbeit versteht.

 

[1] Vgl. Statuten des Trägervereins: Link zur Fachstelle (evtl. Kurzlink für Prinversion)

[2] Vgl. AD Teil III, insbesondere 123, sowie CV 203 und 206.

[3] Vgl. Klarsicht, Kapitel 3.

[4] Vgl. Klarsicht, Kapitel 2.

[5] Vgl. Schenker, Freiheit 106. Wobei hier aufgezeigt wird, dass der Beruf kirchliche Jugendarbeiterin / kirchlicher Jugendarbeit in der Folge des kirchlichen Um- und Aufbruchs der 70er Jahre entstanden ist. Bemerkenswert sind die seit je her vielfältigen Ausbildungen und Hintergründe der kirchlichen Jugendarbeitenden, was einen prägenden Einfluss auf das fachliche Selbstverständnis hat.

[6] Vgl. Berufsbild.