5.6             Qualitätsanspruch

Das Qualitätsverständnis richtet sich im Kontext der OKJ auf die Arbeitsweise, welche durch stetige Weiterentwicklung einen möglichst hohen Mehrwert für junge Menschen, Kirche und Gesellschaft generieren soll. Eine qualitative Arbeit wird durch fachkundige Vorgehensweisen erreicht. Diese stützen sich auf fundierten Analysen, soliden Planungen, zielgerichteten Umsetzungen und empirischen Auswertungen. Das Qualitätsverständnis beinhaltet folglich eine selbstkritische Grundhaltung, welche stets nach den Potenzialen von Optimierung der geleisteten Arbeit Ausschau hält. 

Der Anspruch an einer qualitativ hochwertigen Arbeit hat in der OKJ einen hohen Stellenwert und motiviert sich unter anderem aus der Wertschätzung gegenüber jungen Menschen. Der Qualitätsanspruch richtet sich auch gegen quantitative Erwartungen bzw. Bewertungen, welche durch einen «ökonomischen Massstab» die Wirkungen von qualitativer Arbeit ausblenden. Erfolg zeigt sich für die OKJ folglich nicht primär durch eine grosse Teilnehmeranzahl, sondern orientiert sich an der Wirkung, die es bei den Teilnehmenden sowie ihrem Umfeld ausgelöst hat.[1] Der Qualitätsanspruch beinhaltet daher auch die Beharrlichkeit an einer wirkungsvollen Arbeitsweise festzuhalten, auch wenn die Anzahl der Teilnehmer*innen in der Startphase enttäuschend ausfallen. Denn mit dem Qualitätsanspruch geht auch die Überzeugung einher, dass qualitative Arbeit für alle Beteiligten attraktiv ist und weiteres Interesse weckt. 

Aus der Zusammenarbeit mit jungen Menschen weiss die OKJ, dass gerade Themen wie Glaube, Spiritualität und Religion eine Intimität beinhalten, welche eine vertrauensvolle Atmosphäre erfordert. Diese kann wiederum besser in kleinen Gruppen geschaffen werden. Das Interesse und die Bereitschaft der jungen Menschen stehen im Zentrum und deshalb darf die Arbeit nicht ausschliesslich einer Bilanz unterzogen werden, welche die eingesetzte Arbeitszeit auf möglichst viele junge Menschen anwenden will. 

OKJ benötigt darum Zeit, Offenheit und Flexibilität, um Vorgehensweisen zu entwickeln, die aus der vorgefundenen Situation wirkungsvolle Arbeit erzeugen. Jahresprogramme, welche den grössten Teil der Arbeitszeit bereits festlegen, verfehlen die wichtige Möglichkeit, «kairologische Momente» zu erkennen. Diese Momente ergeben sich aufgrund der Reaktionen junger Menschen auf die Zeichen der Zeit. Sie können nur in die Arbeit aufgenommen werden, wenn die Aufmerksamkeit gegenüber kairologischen Momenten als Qualitätsanspruch dem quantitativen Leistungsausweis übergeordnet wird. Wirkungsmodelle unterstützen dabei ein gezieltes Arbeiten und klären Erwartungen mit den Auftragsgeber*innen. Gemeinsam erarbeitete Wirkungsziele bilden dabei die Kernziele der OKJ[2] in angepasster Weise ab und sind dabei in einer Art formuliert, welche die Partizipation von jungen Menschen fördert. 

 

[1] Siehe weiter unten Kapitel 7 «Wirksamkeit».

[2] Siehe weiter unter Kapitel 6 «Kernziele».