7          Wirksamkeit

Die OKJ steht wie alle pastoralen Arbeitsfelder vor der Herausforderung, dass ihre Arbeit schwer messbar ist. Teilnehmer*innenzahlen, Leistungsausweise oder andere objektive Erhebungen greifen zu kurz, um aufzuzeigen, dass bzw. wie die Arbeit mit jungen Menschen in der offenen kirchlichen Jugendarbeit Früchte trägt. Entgegen den oft quantitativen Erwartungen sieht OKJ ihr Gelingen in der Wirkung, die sie beim einzelnen jungen Mensch oder einer Gruppe erzeugt/auslöst/realisiert.

 

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Die OKJ will dem jungen Menschen die Möglichkeit geben, seine Lebens- und Glaubenswelt entdecken, reflektieren und vertiefen zu können. Im Mittelpunkt steht der junge Mensch mit seiner «Freude und Hoffnung, Trauer und Angst» (GS 1), der Bezogenheit zu seiner Innerlichkeit sowie seiner Offenheit für das Transzendente. In der Unterstützung der Identitätsarbeit und der Auseinandersetzung und Bewältigung der Entwicklungsaufgaben werden junge Menschen motiviert und bestärkt, ihre Fragen, Interessen, Bedürfnisse etc. in den Dialog mit anderen jungen Menschen einzubringen.

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OKJ reflektiert in Gesellschaft und Kirche die Lebensbedingungen, welche auf die Entwicklung der Lebens- und Glaubenswelt junger Menschen sowie deren Beteiligungs- und Ausdrucksmöglichkeiten Einfluss nehmen. Sie hinterfragt Lebensbedingungen, die junge Menschen in der Interkation mit der Lebens- und Glaubenslage hindert. Gleichzeitig engagiert sich die OKJ an der Entwicklung einer fördernden und partizipativen Lebens- und Glaubenslage, die der multireligiösen Pluralität gerecht wird.

OKJ wird nun wirksam, wenn es ihr im Spannungsfeld der Lebens- und Glaubenswelt junger Menschen und der Lebens- und Glaubenslage gelingt, Interaktionen als Schnittstellen zu ermöglichen. Dazu eigenen sich Erlebnis- und Resonanzräume, in denen Leerstellen gemeinsam erkannt werden können und eine Kultur der Bereitschaft hervorbringt, generationenverbindet die Lebens- und Glaubenslage aktiv zu gestalten.

Eine fördernde Lebens- und Glaubenslage regt junge Menschen zu einer konstruktiven Auseinandersetzung mit der eigenen Lebens- und Glaubenswelt an und ermöglicht so die Bildung von interessenbezogenen (und weiteren) Gemeinschaftsbildungen, in denen die Lebens- und Glaubenswelten entsprechende Ausdrucksformen und Vertiefungen erleben können. Das Nachdenken und reflektieren über gemeinsame Fragen, Interessen, Bedürfnisse und Betroffenheiten führen bei jungen Menschen zu neuen Erkenntnissen und damit zur Bereicherung der eigenen Lebens- und Glaubenswelt.

Gleichzeitig wird die Lebens- und Glaubenslage in der Interaktion mit den jungen Menschen und ihrer Lebens- und Glaubenswelt befruchtet. Dadurch entspringen für die (Weiter-)Entwicklung hin zu einer fördernden Lebens- und Glaubenslage wichtige Erkenntnisse.

 

Kriterien für eine wirkungsvolle Arbeit der OKJ

Voraussetzung für eine wirkungsvolle Arbeit der OKJ ist die Orientierung an überprüfbaren Kriterien. In der Konzipierung und Planung der OKJ gilt es erst die angestrebten Wirkungen festzulegen. Dies soll in Zusammenarbeit mit der auftraggebenden Instanz stattfinden und gemeinsam sollen realistische Kriterien/Indikatoren festgelegt werden, welche den Grad der Erreichung des jeweiligen Wirkungsziels zu erfassen ermöglichen. Als Fachperson weisen kirchliche Jugendarbeiter*innen entsprechende Leistungen (die sich aber aufgrund der Beteiligung von jungen Menschen verändern können ) den angestrebten Wirkungszielen und den damit verbundenen Kriterien zu. Leistungen dienen dem Erreichen der angestrebten Wirkung und sind diesen daher untergeordnet.[1]

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Mögliche Kriterien: (werden noch ergänzt / bearbeitet)

  • Junge Menschen sind Multiplikator*innen und Protagonist*innen pastoralen Handelns.
  • Junge Menschen sind Teil von (synodalen) Entwicklungsprozessen in den verschiedenen kirchlichen Settings
  • Junge Menschen engagieren sich
  • Funktionierende Beziehungsarbeit: Jungen Menschen nehmen kirchliche Jugendarbeiter*innen als Gesprächspartner*in zu Lebens-, Sinn- und Glaubensfragen wahr.

 

[1] www.quali-tool.ch (DOJ)

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