5.4          Netzwerkarbeit

OKJ ist kein isoliertes Geschehen, sondern zeigt ihre Wirksamkeit bereits durch vielfältige Netzwerkpartner*innen aus. Mit ihnen zusammen erschliesst sie Methoden und Möglichkeiten, um den unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten junger Menschen fördernd begegnen zu können. In der Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteur*innen kann sie den verschiedenen Interessen und Bedürfnissen junger Menschen gerecht werden und ihre Kernkompetenzen[1] einbringen. Durch die Netzwerkarbeit schont sie auch ihre Ressourcen, indem sie Kompetenzen von Netzwerkpartner*innen miteinbezieht anstatt sie, unter erheblichem Aufwand, selbst zu erwerben. Sie schafft mit ihrer Netzwerkarbeit einen Mehrwert, indem sie jungen Menschen die unterschiedlichen Kompetenzen aus ihrem Netzwerk zugänglich macht. Mit dem Einbezug von «externen» Ressourcen und Kompetenzen und der eigenen Bereitschaft zur Mitarbeit bei Vorhaben der Netzwerkpartner*innen zeigt OKJ jungen Menschen die «Polyfonie (Vielstimmigkeit)» der Welt auf. Netzwerkarbeit hat folglich zum Ziel, jungen Menschen eine ganzheitlich fördernde «Grundlage» zu schaffen, aus der sie für ihre Entwicklung schöpfen können.

Das Abschlussdokument der Jugendsynode macht  deutlich (CV 14), dass die grosse «Fragmentierung der kirchlichen Pastoral» nicht förderlich ist. OKJ sieht darin die Bestätigung, dass generationen- und handlungs- bzw. arbeitsfeldverbindende Arbeit mit jungen Menschen unerlässlich ist, um Kirche erfahrbar zu machen. Innerkirchlich realisiert sich darum die bereichsverbindende Arbeit schwerpunktmässig mit dem Ziel, junge Menschen in der Gesamtpastoral zu beteiligen und generationenverbindend Kirche zu gestalten.

 

[1] Zu den Kernkompetenzen gehören primär das Arbeiten mit jungen Menschen zu Glauben, Spiritualität und Religion. Damit verbunden sind Fragestellungen zu Sinn, Werten und Moral/Sitten. Ebenso kann OKJ Rituale und Prozesse gestalten, die gemeinschaftsfördernd sind bzw. ein gemeinsames Erlebnis verstärken. Netzwerkpartner*innen verfügen über andere Kernkompetenzen wie Soziokulturelle Animation, Gemeindeanimation, Suchtprävention, digitale Medienpädagogik usw., die OKJ nicht per se ausweist. Vgl. dazu Kapitel 8 «Kirchliche*r Jugendarbeiter*in in der OKJ».